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>>> Berber goes Berlin <<<
Die Nationale Armutskonferenz (NAK) veranstaltete am 21. und 22. Juni 2010 in den Räumen der Berliner Stadtmission am Berliner Hauptbahnhof, das fünfte Jahrestreffen von Menschen mit Armutserfahrung in Deutschland mit dem Motto: Gemeinsam mit neuem Mut? Gemeinsam mit neuer Wut!
Zu diesem Treffen erhielt ich, als Betroffener von Langzeitobdachlosigkeit, von der BAG Wohnungslosenhilfe e.V. in Bielefeld die Gelegenheit aktiv teilzunehmen und die Stimme für die Belange der Wohnungslosen in Deutschland erheben zu dürfen. Für das Vertrauen bedanke ich mich bei Herrn Dr. Thomas Specht, Herrn Dr. Rolf Jordan und Frau Werena Rosenke.
Neben der BAG Wohnungslosenhilfe wurden von der NAK im Vorfeld zu dieser Veranstaltung noch weitere Träger und Dachverbände von verschiedenen Institutionen eingeladen daran teilzunehmen. Insgesamt erschienen an diesen beiden Tagen etwa 100 Gäste aus ganz Deutschland. Überwiegend Betroffene von Armut und sozialer Ausgrenzung! Nach der Eröffnungsrede von Frau M. Hofmann (stellv. Geschäftsführerin der NAK) wurden insgesamt vier Arbeitsgruppen mit je einem aktuellen Sachthema zur Auswahl an aktive Teilnahme gestellt. In den folgenden beiden Tagen wurden in den einzelnen Gruppen versucht die Probleme von Betroffenen auf einen Nenner zu bringen und realistische Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden dann zur weiteren Verwertung an die Leitung der NAK übergeben.
Mein Fazit zur zweitägigen Veranstaltung der Nationalen Armutskonferenz:
Was für den Einen ein Podium der Selbstinszenierung und persönliche Werbeveranstaltung war, wurde im Gegenzug von Anderen als praktisches und notwendiges Podium wichtiger Themen Sinnvoll genutzt. Ein guter und gelungener Beitrag von der NAK. Doch was bleibt ist der Beigeschmack das wahrscheinlich fast alles wieder beim Alten bleibt und die Armen und Sozial ausgegrenzten Menschen weiter ein Spielball für die Massen sind? Zusammenfassend würde ich mein Gesamturteil in den Satz legen: Von Nichts kommt Nichts, aber von etwas kann viel kommen.
Im Vorfeld erarbeitete ich mir einige Arbeitspunkte, die für mich Wichtig erschienen sie dort auch zu vertreten. Die Punkte im Einzelnen:
"Gedanken, Thesen und Vorschläge für ein Miteinander statt Gegeneinander von Richard Brox"
Arbeits- und Zielgruppen meiner Öffentlichkeitsarbeit:
- Leistungsempfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld II, Grundsicherung und Sozialgeld - Von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffene und bedrohte Menschen - Menschen in sozial schwierigen Lebenslagen
Vorschläge zur Verbesserung der allgemeinen Lebenslage für Menschen in Armut und sozialer Ausgrenzung:
- Aktive Mitgestaltung von Selbsthilfe- und Betroffeneninitiativen bei der Lösung von entsprechenden Problemen - Druck von Aussen auf die zuständigen Fachgremien von Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft - Aufklärung über die Gründe von Armut und sozialer Ausgrenzung in Deutschland
Angebote zur Reintegration in ein Bürgerliches Leben von am Rande der Gesellschaft lebenden Menschen:
- Alters,- Bedarfs- und Personenorientierte Schul- und Berufsausbildung - Aktivierung und Anregung zur Einbindung in das Berufsleben - Hilfeangebote die auf Freiwilligkeit basieren
Mittel zur Verbesserung für Menschen in sozial schwierigen Lebenslagen:
- Ehrenamtliche Mitarbeit gegen Aufwandsentschädigung und 1€-Arbeiten auf der Basis von Freiwilligkeit und Solidarität - Arbeit im Niedriglohnbereich für Personen ohne Berufs- und Schulabschluß als Quereinstieg in das Berufsleben - Öffentliche Förderung von Selbsthilfegruppen und Betroffeneninitiativen
Verbesserung der Angebote von Städten, Kommunen und Ländern:
- Angemessener und bezahlbarer Wohnraum vorrangig für;
Alleinerziehende, Behinderte, Haftentlassene, Hartz IV-EmpfängerInnen, Kinderreiche Familien, Suchtgefährdete, Wohnungslose
- Kostenlose erweiterte Bedarfsorientierte Integrationsangebote und Hilfen für Aussiedler, Migranten und Zuwanderer - Schaffung von Sozialen Strukturen in sozialen Brennpunkten mit Nachbarschaftshilfen und Fürsorge im Ehrenamt - Würdevolles Leben für Menschen in Altersarmut und von Krankheit gezeichnet
- Illegal in Deutschland lebende Menschen mit seriösen staatlichen Angeboten für ein legales Leben in Deutschland gewinnen.
Am 23. Juni 2010 fand in Berlin im Landesministerium von Rheinland-Pfalz ein Forumstag zum Thema Armut und Ausgrenzung statt. Auch zu dieser Veranstaltung der NAK wurde ich als Teilnehmer eingeladen, wo für ich mich herzlich bei Frau Bothe bedanken möchte. In der Arbeitsgruppe zum Thema Arbeit und Gesundheit unter der Fachleitung von Herrn Prof. Dr. Gerhard Trabert aus Mainz wurde im Kreis von nicht nur Betroffenen über die Gesundheitliche Lage von Menschen in sozial sehr schwierigen Lebenslagen gesprochen. Es wurden Vorschläge zur Verbesserung von Betroffenen erarbeitet. Anschliessend ging der Bericht weiter an die Geschäftsstelle der NAK zur Veröffentlichung. Ich selbst konnte zu meiner Zufriedenheit einige Punkte in die Arbeit miteinfliessen lassen.
Zu dieser Veranstaltung der NAK erschienen circa 100 Gäste aus allen Gesellschaftsschichten und Berufssparten. Von Prominenz aus Gesellschaft und Politik über Journalisten und Fachkräften verschiedener Institutionen bis hin zu Betroffenen selbst. Nach einigen Reden von unter anderem Frau Prof. Dr. Gesine Schwan wurden nach dem gleichen Prinzip wie schon Tage zuvor mehrere Arbeitsgruppen gegründet. In jeder AG wurden so viele gute Verbesserungsvorschläge erarbeitet und an die Leitung der NAK weitergereicht.
Mein Fazit zum Thema Soziale Ausgrenzung: Ausgrenzung beginnt in den Köpfen einzelner und überträgt sich kollektiv auf die leicht zu lenkende Masse. Soziale Ausgrenzung kann jeden treffen und Ausgrenzen können alle. Soziale Ausgrenzung ist in Deutschland alltäglich und überall gegenwärtig. Und so lange die Rechte von Minderheiten zum Schutz vor sozialer Ausgrenzung nicht in das Grundgesetz verankert wird, werden auch weiterhin Minderheiten in Deutschland sozial und gesellschaftlich ausgegrenzt. In Punkto Toleranz gleicht die hiesige Gesellschaft gegenüber Andersdenkenden und Anderslebenden einem Offenbarungseid an Scheinmoral und Heuchelei. Sie, die Gesellschaft, grenzt alles aus, was Ihr, der Gesellschaft misfällt oder benutzt das Mittel der Ausgrenzung als Täuschungsmanöver um von sich selbst abzulenken.
Mein Fazit zum Thema Armut: In die Armut stürzen ist heute (Dank dem Mittel HARTZ IV) leichter denn je. Armut ist zu einem festen Bestandteil der Kapitalorientierten Demokratie geworden. Ohne Arme gäbe es keine Reiche! Reichtum lebt von Armut und Armut ist für sehr wohlhabende und reiche Menschen stets ein Grund zum ungleichen Kräftemessen von den dort Oben nach denen dort Unten. Die Sieger stehen schon im Vorfeld fest die Reichen und Superreichen. Die Verlierer sind und waren stets die Armen. Die gesellschaftlichen Prinzipien von Solidarität und christlicher Nächstenliebe rücken zunehmend in den Hintergrund und weichen der Arroganz von Egoismen und Emotionslosigkeit. Was wir brauchen ist eine Rückbesinnung zu christlichen Werten und dem Respekt gegenüber Menschen fremder Herkunft und fremden Eigentum. Ausserdem die natürliche Achtung und Würde gegenüber Menschen die von der Gesellschaft ausgegrenzt sind, denn nur dadurch ist Soziale Ausgrenzung überwindbar. Das Recht hier in Frieden und Freiheit zuleben haben alle Menschen gleichauf und gleichwohl, gleichgültig woher sie kommen und wohin sie gehen.
Die Würde des Menschen ist und bleibt unantastbar. Für Sie, für mich, für uns, für alle!
http://www.youtube.com/user/hebro44#p/f/0/jhzvtdEPPJo
Sehen Sie hier ein Paar private Bilder von den genannten Tagen in Berlin. Auf dem in rot und grün gekennzeichneten Link darüber finden Sie zudem den passenden Video-Clip.

Sehr geehrte, liebe Frau Malu Dreyer, ein Paar Zeilen für eine bemerkenswerte Politikerin (SPD) aus Trier mit Herz.
An dieser Stelle möchte ich einen ganz herzlichen und lieben Gruß an Frau Dreyer senden. Trotz Ihrer MS-Erkrankung kamen Sie als Sozialministerin des Landes Rheinland-Pfalz zur NAK-Veranstaltung und gaben dort eine sehr bewegende Rede voller Leidenschaft und Solidarität. Eine Rede die unter uns Betroffenen von Armut und Sozialer Ausgrenzung für viel positive Energie und Lebenswillen gesorgt hat. Für Ihre Rede möchte ich mich im Namen von allen Betroffenen hiermit herzlich bedanken.
Aufgrund meiner ähnlichen Erkrankung (MB) kann ich mich vor der Schaffenskraft und dem Arbeitseinsatz von Frau Malu Dreyer nur in vollem Respekt und hoher Anerkennung persönlich verneigen. Vielen Dank Frau Dreyer für Ihr Vorbildhaftes Tun und Mutspendendes Erscheinen. Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute und weiterhin Beruflich wie privat eine Erfolgreiche und Glückliche Zeit.
Mit freundlichen und solidarischen Grüßen
Richard Brox
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