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Frage: Warum mache ich diese Homepage?

2004 suchte ich im Internet vergebens eine Seite mit Soforthilfen für Obdachlose. Was ich fand waren Internetseiten mit Fachdeutsch für Fachkundige, Wortakrobatik für Rechtsverdreher, Schön-Wetter-Reden von Möchte-Gern-Profis und viele Internet-Seiten mit diversen Spendenaufrufen von Einrichtungen die ich bis heute noch suche.

Aber eine Seite die mir in meiner Not als Obdachloser in der Fremde half, fand ich nicht!

Aus Verzweiflung und Wut begann ich dann 2005 Schrittweise eine eigene Homepage für Obdachlose zu entwickeln. Ich eröffnete bei einem kostenlosen Anbieter eine Homepage, wo ich beim Erstellen von Internetseiten mir Wissen beim Gestalten aneignete. Weitere praktische Unterstützung fand ich dann beim Chaos-Computer-Club in Hamburg und in Berlin.

Im Mai 2007 entschloß ich mich dann eine kostenpflichtige Homepage zu eröffnen. Ziel von mir war es, eine proffessionelle Arbeit bieten zu können und mein Wissen noch umfangreicher an die Öffentlichkeit zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt im Frühjahr und Sommer 2007 gab es nachweisbar immer noch keine andere Internetseite für Wohnungslose Menschen in Deutschland, ausser meine selbst!

Frage: Soll man Bettlern Geld geben oder nicht?

Grundsätzlich ja. Wer sagt, das Bettlern keine Almosen zu geben sind, die oder der hat noch nie richtig Hunger, Durst und Kälte gespürt oder gelitten. Wer sagt, das Bettlern kein Geld zu geben ist, die oder der fördert die Not und das Elend von Sozial benachteiligten Menschen. Geben Sie Bettlern was Sie können und vertrauen Sie dabei auf Ihr Gefühl. Wer Armut kennt, die oder der kennt auch die alltägliche Existenzangst von Bettlern.

Frage: Sind Obdachlose alle Alkoholiker?

Nein, es gibt viele Obdachlose die bewusst Alkohol meiden oder trocken sind. Alkoholismus ist ein ernsthaftes Problem der Gesellschaft im Ganzen und zeigt sich bei Obdachlosen nur deshalb so deutlich, weil Obdachlose kein Zuhause haben, wo sie versteckt trinken können.

Frage: Sind Obdachlose alle Drogenabhängig?

Nein, es gibt unter den Obdachlosen leider mehr Alkoholiker. Trotzdem ist Drogenabhängigkeit gerade bei jüngeren Obdachlosen unter 30 Jahren vermehrt feststellbar. Für viele Junkies sind Drogen auch Mittel zum schleichenden Suizid. Eine Überdosis Heroin oder Komasaufen ist nichts anderes als der letzte Versuch nach Hilfe zu rufen.

Frage: Sind Obdachlose alle Arbeitsscheu?

Nein, viele Obdachlose arbeiten für 1 Euro als Erntehelfer oder gehen anderen Gelegenheits- und Saisonarbeiten nach. Es gibt Obdachlose die keine Leistungen beziehen und auf diese Arbeiten sogar angewiesen sind. Leider gibt es aber auch die Gegenstücke! Trotzdem ist die Zahl der Arbeitswilligen Obdachlosen höher, als die Arbeitsunwilligen. Kein Obdachloser verdient seine Brötchen mit Schwarzarbeit oder sonstigen Steuerhinterziehungen.

Frage: Sind Obdachlose alle Verwahrlost?

Nein, auch unter den Obdachlosen gibt es wie in allen Kreisen solche und solche. Nur haben Obdachlose nicht in jeder Stadt die Gelegenheit sich Duschen oder ihre Wäsche reinigen zu können, denn nicht überall ist für Obdachlose diesbezüglich gesorgt.

Frage: Sind Obdachlose alle Selbstverschuldet?

Nein, denn Obdachlosigkeit kann heute jeden treffen. Es gibt Obdachlose die durch Insolvenzen Haus und Hof verloren, andere durch Scheidungen ihr Besitz abgeben mussten, andere durch Bankverbindlichkeiten in den Ruin getrieben wurden, andere durch übergeordneten Lebensprüfungen aus der Bahn liefen. Andere wuchsen in Heimen auf, kennen kein intaktes Familienleben, andere hingegen wuchsen in dissozialen Verhältnissen auf oder wie ich abgeschoben in Kinder- und Jugendheimen oder hin- und hergereicht zwischen Elternhaus und Pflegeeltern.

Nicht jeder ist ganz unschuldig am eigenen Obdachlosendasein! Doch wer ist schon ganz frei von Unschuld?
Kein Obdachloser trägt am Schicksal die alleinige Verantwortung. Für viele Obdachlose ist das Leben auf der Strasse die Loslösung von Problemen. Oft auch der letzte Ausweg!

Frage: Krankheiten und Verhaltensauffälligkeiten von Obdachlosen.

Viele Obdachlose leiden an Krankheiten die eine Reintegration in das Bürgerliches Leben erschweren. Die häufigsten Erkrankungen sind psychischer Art wie Depressionen, Posttraumatische Belastungsstörungen, Neurosen, Psychosen. Niedrige oder teilweise nur wenig vorhandene Schulbildung erschwert zusätzlich die Integration in ein Bürgerliches Leben. Ein Gesellschaftstaugliches Sozialverhalten ist teilweise nicht oder nur wenig vorhanden oder erkennbar. Im kommen sind Infektionskrankheiten wie die TBC oder die Kretze - Aufgrund mangelnder Hygiene in Notunterkünften und der persönlichen Vernachläsigung. Im Suchtbereich sind es Alkoholismus, Drogenkonsum und Spielsucht. Viele haben Schulden in mehrstelliger Höhe. Scheidungen oder tragische Verkettungen sind nicht selten. Personen mit Langzeitinhaftierungen oder mehrjährigen Aufenthalten in Psychiatrien sind anzutreffen. Abgesehen von Aufenthalten in Kinder- und Jugendheimen oder desolaten Familiären Verhältnissen. Einhergehend sind oft frühe Erfahrungen mit Misbräuchen jeder Art, auch Gewalt und kaum spürbare Erziehung.

Ein praktisches Beispiel: Wenn ich als ein Heranwachsender junger Mensch ständig zu hören bekomme, das ich einmal die Zeche für die Alten bezahlen muss, entwickel ich langsam aber unaufhörlich eine innere Abneigung bis hin zum Zorn und Hass gegenüber allem was mir alt erscheint. "Warum soll ich deren Zeche bezahlen?" Die Folgen sind auffallend häufig Überreaktionen wie Gewalttaten oder Übergriffe gegen alles was den Jungen als Alt erscheint! Die Opfer sind die vermeintlich Schwachen - die Alten und Wehrlosen Menschen - unserer, dieser Moral- und Ethikverlorenen Gesellschaft.

Mit der Obdachlosigkeit verlieren viele Betroffene nicht nur den Heimatbezogenen Bezugspunkt, sondern auch noch jede Form von festen Sozialen Bindungen. Das Bürgerliche Leben schwindet in die Abwärtsspirale der Gesellschaftlichen Entfremdung bis hin zum schleichenden Suizid. Geordnete Lebenszüge einer Bürgerlichen Existenz zerfallen und werden später kaum noch wahrgenommen. Psychosomatische Krankheitsverläufe sind beim beim Verlust der Bürgerlichen Existenz nicht selten.

Als Fazit betrachtet - ist Obdachlosigkeit für viele Betroffene der letzte Ausweg aus einer verzweifelten Existenznotlage mit der Begleiterscheinung von Vereinsamung und Ausgegrenztsein. Viele werden durch die gesellschaftliche Isolation - als ein Obdachloser gebranntmarkt zusein - erst richtig zum Sozialen Problemfall. Nur wenige Betroffene haben nach vielen Jahren der Obdachlosigkeit noch die Kraft, das persönliche Blatt zu wenden und sich ausserhalb des mittlerweile gewohnten Strassenmilieus, eine neue Bürgerliche Existenz aufzubauen. Für die meisten aber gilt die traurige Gewissheit - Obdachlosigkeit ist Endstation.

Hier meine persönliche und nichtoffizielle Liste von Bundesweit am häufigsten in der Obdachlosenszene vorhandenen Krankheiten:

1. Physische Erkrankungen - Hepatitiden, HIV und Pneumonie.

2. Psychische Erkrankungen - Neurosen, Posttraumatische Belastungsstörungen und Psychosen.

3. Suchterkrankungen - Alkoholismus, Drogen- und Medikamentenmißbrauch und Spielsucht.

4. Stark verbreitete Erkrankungen sind Depressionen, Phobien und psychosomatische Krankheitsverlaufe.

Viele Langzeitobdachlose haben auffällige Erkrankungen in den Bereichen Gelenke und Knochen, Gebiss und Kiefer, Haut und Haare.

Ein fast schon klassisch anmutendes Verhalten für viele Obdachlose ohne festen Wohnsitz ist mit dem Krankheitsverlauf, von in der Neurose beschriebenen Erkrankung gut vergleichbar das > Oceanic feeling > Gefühl der Verlorenheit.

Frage: Gibt es unter den Obdachlosen unterschiedliche Gruppen.

Ja, es gibt zwei übergeordnete Gruppen von Obdachlosen. Die Sichtbaren und die Unsichtbaren! Was meine ich? Die Sichtbaren sehen Sie. Es sind Menschen die sich aufgegeben haben und ihr Leid offensichtlich ist. Menschen die Hoffnung und Zuversicht verloren haben, deren äusseres Erscheinungsbild unwichtig geworden ist! Die Unsichtbaren sind die Obdachlosen die es äusserlich vermeiden, als Obdachlose erkannt zu werden. Hauptgrund ist unter anderem Angst gedemütigt zu werden! Aber auch das letztes Hab und Gut ihre Würde, nicht auch noch zu verlieren.

Armut die im Tod einzelner meist noch jungen Menschen mündete. Entweder durch Krankheit oder Suizid. Alkohol. Drogen. Gewalt.

Es gibt Zwei Teile von täglichen Gefahren im Wohnungslosenmilieu. Der eine Teil steht darüber und der andere Teil ist: Scham. Trauer. Hoffnungslosigkeit. Dazwischen existieren Angst, Lug und Trug inmitten von Verzweiflung und Sehnsucht.

Frage: Wer ist von Obdachlosigkeit besonders gefährdet?

Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung als Berber sind von Obdachlosigkeit besonders auffällig oft betroffen folgende, von mir festgelegten Drei Personengruppen:

A. Junge Menschen bis Mitte Zwanzig mit mehrjährigen Erfahrungen in Kinder- und Jugendheimen oder aus mehrfach verwurzelten disozialen Familienverhältnissen. Nicht selten sind dabei die Grenzen von Missbrauch und Gewalt miteinander verbunden. Alkoholismus, Drogen und sexuelle Nötigungen fliessen dabei nicht selten ineinander. Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressionen, Ängstlichkeiten oder das Lügen sind dabei zunehmend. 

B. Menschen mittleren Alters aus fast allen Gesellschafts- und Berufsschichten. Die Hauptgründe hierfür sind meistens: Scheidungen, Schulden, Insolvenzen, tragische Verkettungen von Schicksalschlägen, bis hin zu langjährigen Aufenthalten in Justizvollzugsanstalten oder Sanatorien. Häufig sind zu beobachten auch Erkrankungen psychischer Art als Auslöser von schweren aussergewöhnlichen Erlebnissen. Aber auch Suchterkrankungen wie Alkoholismus oder Spielsucht sind vielfach verbreitet.

C. Ältere Menschen die in ihrem Leben oft viel hatten und am Ende doch alles verloren. Vereinsamungen und Hoffnungslosigkeit sind neben den bereits bekannten Bildern oft der Grund mit dem alten Leben zubrechen. Nach dem Motto: Lieber in einer Notübernachtung oder einem Wohnheim sterben und relativ schnell begraben zu werden, als allein und verlassen tot in der eigenen Wohnung Wochen- und/oder Monatelang unbemerkt sein. Andere hingegen suchen in der Fremde das was sie zuhause nicht, oder nicht mehr hatten, Menschen zum reden und zuhören!

Frage: Das offene Geheimnis - Die Legendenbildungen von und unter Obdachlosen Menschen.

Das offene Geheimnis sind die Legendenbildungen, doch was sind Legendenbildungen?

Die meisten Obdachlosen haben sich zum Schutz ihrer wahren Identität eine neue Scheinidentität aufgebaut. Meist wurden dabei Teile der eigenen Identität mit den Erlebnissen oder Erfahrungen anderer Menschen zu der neuen Scheinidentität verwoben und in eine nach Aussen Glaubhaft verpackten neuen Identität verknüpft. Die Legende ist geschaffen!

Aber warum, weshalb und wofür eine Legende? Die neue Lebensgeschichte dient den Betroffenen Fremden Menschen gegenüber ihr wahres Gesicht zubehalten und ihre Person vor möglichen Schaden zubewahren. Wer erzählt schon gerne offen einem Fremden die eigene Lebensgeschichte?

Frage: Die Prinzipien der Obdachlosenszene.

Grundsätzlich gelten auf der Strasse folgende und einfache Prinzipien. "Nicht gegenseitig oder untereinander sich bestehlen, belügen oder betrügen!" Wer dagegen verstösst wird gemieden oder sogar geächtet. Die Prinzipien dienen den Betroffenen das Leben auf der Strasse, die Existenz in der Obdachlosenszene, besser und leichter zukoordinieren. Eine wichtige Regel unter Obdachlosen ist: "Weisst Du etwas, was ich nicht weiss? Weiss ich etwas, was Du nicht weisst!" Oder auch gesagt; jeder hilft jedem so gut es geht und dennoch ist immer und überall Vorsicht und Zurückhaltung angeraten.

Frage: Die Berbersprache

Jede Gesellschaftsschicht hat ihre eigene typische Sprache und so auch wir Berber. Hier ein Paar Auszüge.

Der Schlafsack = Die Penntüte. Der Schlafplatz = Die Platte. Wohnheime und Herbergen = Die Hütten. Der Wanderkollege = Der Spannemann. Auf Reise = auf Rolle. Die Strasse = die Rue.

Das Obdachlosenportal wendet sich an alle Menschen in unserer Gesellschaft, die vom Bürgerlichen Leben ausgegrenzt sind und am Rand dieser Gesellschaft ihr Dasein fristen müssen.

Frage: Die Berbertaufe.

Die Berbertaufe ist eher eine sehr zwiespältige Geschichte und selbst in gestandenen Berberkreisen nicht unbedingt beliebt, aber es gibt sie. In einigen Berberkreisen werden Neuankömmlinge bzw. Frischlinge nur aktzeptiert, wenn sie sich zuvor einer Berbertaufe unterziehen oder besser gesagt; sich unterwerfen! Die Berbertaufe geht ganz einfach und lässt sich überall ausführen. Der Frischling bekommt von den gestandenen Berbern der Reihe nach reichlich Bier oder Wein übergeleert und darf sich dann anschliessend ein Paar Stunden nicht waschen. Schon ist der Neuankömmling für die eine Gruppe von Berbern ein echter Berber. Wie gesagt, die Berbertaufe ist nur in wenigen Berberkreisen beliebt und auch gut so.

Frage: Was sind Obdachlose und Wohnungslose für Menschen?

Menschen wie Sie und ich. Menschen mit allen Vor- und Nachteilen wie alle anderen auch. Obdachlose und Wohnungslose Menschen haben nur einen erkennbaren Unterschied gegenüber Bürgerlich verankerten Menschen - Obdachlose und Wohnungslose haben keinen Raum wo sie sich zurückziehen können. Das Leben von Betroffenen findet in der Öffentlichkeit statt und nicht verborgen hinter Türen und Schlösser. Nur in einem Punkt unterscheiden sich Obdachlose und Wohnungslose nicht von Bürgerlichen Existenzen - Obdachlose und Wohnungslose sind genauso Menschen wie Sie und ich. Gut und schlecht. Täter und Opfer. Stark und schwach. Sie sind das Spiegelbild der Gesellschaft und entsprechen nehmen sich auch viele die Freiheiten sich so zu Verhalten wie die breite Gesellschaft es vorlebt. Wie der Kopf so der Körper. Obdachlose und Wohnungslose sind Menschen wie Sie und ich.

Die folgenden Antworten beginne ich mit einem Zitat aus einer 1910 veröffentlichten Novelle von Christian von Morgenstern:

>>> Und Messerscharf erkenne ich, das Hier nicht sein Kann, was Hier nicht sein darf <<<

Frage: Welche Personengruppen haben es auf der Strasse im Obdachlosenmilieu am schwersten?

Es gibt Gruppen für die ein Leben auf der Strasse im Obdachlosenmilieu mit viel Ärger, Streß und Ausgrenzung verbunden ist.

Alleinstehende Frauen und Mädchen

Für alleinstehende Frauen und Mädchen ist es in der Obdachlosenszene nicht leicht Schadensfrei zu überleben. Allein auf der Strasse ist für viele Betroffene fast wie ein kleiner Horrortrip. Viele Betroffene suchen sich daher einen Partner oder eine Partnerin - nicht aus Liebe, sondern zum gegenseitigen Schutz. Mädchen hingegen suchen meist den Schutz in Gruppen - Beispielsweise in der Punkerszene. Aber warum suchen Obdachlose, alleinstehende Frauen und Mädchen Schutz? Die Frage ist relativ einfach zu beantworten - aus Angst vor Gewalt und oder sexuellen Übergriffen.

Die Hintergründe sind vielfältig und trotzdem ähneln sie sich häufig. Viele Mädchen und Frauen haben vor ihrer Obdachlosigkeit schwere persönliche Erfahrungen und tiefe Krisen durchgemacht oder miterlebt. Sie sind dadurch traumatisiert, teilweise auch mehrfach traumatisiert. Von sexuellen Mißbrauch über Gewalteinwirkungen bis hin zu Suizidversuchen. Für viele Frauen und Mädchen ist die Strasse oft der letzte Ausweg aus Angst und Verzweiflung - es ist die Flucht aus einem Alltag ohne Hilfe. Andere Frauen hingegen waren längere Zeit inhaftiert oder anderweitig untergebracht und erleben die Strasse als ein Gefühl der Freiheit.

Tatsache ist, das in Deutschland es mehr Notunterkünfte und Schutzräume für Männer gibt - als für Frauen. Frauen und Mädchen haben es daher viel schwerer auf der Strasse zu überleben als Männer. In einigen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe finden noch heute Hunde schneller eine Hütte als Frauen einen Schlafplatz. Frauenhäuser gibt es ja fast überall, aber in der Wohnungslosenhilfe besteht heute noch Mangelware an guten Einrichtungen für Frauen und Mädchen. Sie finden in fast jeder Deutschen Kleinstadt eine Einrichtung der Wohnungslosenhilfe für Männer und natürlich gut so. Aber eine Vergleichsweise Einrichtung für Frauen oder Mädchen suchen sie.

Homosexuelle, Transvestiten und Transsexuelle.

Dieser Personenkreis hat es auf der Strasse im Obdachlosenmilieu definitiv am schwersten Schadensfrei zu überleben. Von Rufmord oder sexuelle Belästigungen und Abziehen ist die Palette an Unannehmlichkeiten reichlich. Oft ist es ausreichend jemand schon als Schwul zu titulieren und schon rollt die Einheitswelle in Sachen Soziale und Gesellschaftliche Ausgrenzung. Angefangen vom persönlichen Abstandnehmen mit dem Betreffenden in der Öffentlichkeit, über Beleidigungen und Unterstellungen von Lügen und sonstigen Grausamkeiten. Ob nun der oder die Betreffende tatsächlich Homosexuell ist spielt dabei in vielen Fällen keine Rolle.

Um sich vor weiteren Schaden zu schützen, bleibt den Betroffenen oft nur noch als Ausweg das Weite zu suchen. In vielen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe werden Homosexuelle unter Gleichen behandelt wie Pestilenzerkrankte und entprechend aussortiert und abgegrenzt. Von Menschenwürde ist keine Rede mehr. Die Betreffenden gelten vielerorts als Freiwild oder werden behandelt wie Perverse, Geistes- oder Lebrakranke. Teilweise werden die Betroffene öffentlich mit Hohn und Spott belegt und nicht selten zum Gelächter der Allgemeinheit. Von Bediensteten ist nur in wenigen Fällen mit Hilfe zu rechnen - doch die positiven Ausnahmen gibt es auch.

Unter Obdachlosen gibt es zwei hartnäckige Gruppen - die DIE dazu gehören und die DIE gemieden werden.

Ein kleines Beispiel: Ist ein vermeintliches Opfer erkannt, wird in der Nähe dieser Person hauptsächlich nur noch über eindeutig obszöne Themen gesprochen und wenn möglich diese Person mehr oder weniger permanent angesehen. Normale Gespräche mit dem Betroffenen werden dann mit lautem Gerede oder schlimmer mit Gelächter begleitet und absichtlich gestörrt!

Fazit - Obdachlose Menschen haben keine öffentliche Lobby und Homosexuelle Obdachlose noch weniger.

Alkoholiker und Drogenabhängige.

Zwischen Alkoholikern (fortführend Alkis genannt) und Drogenabhängigen (fortführend Drogis genannt) herrscht in vielen stationären Einrichtungen untereinander Ablehnung und Abgrenzung. Es dirigiert in beiden Gruppen das jeweilige Vorurteil: Alkis denken über Drogis - die Stehlen und Lügen nur. Und Drogis denken über Alkis - die Saufen und Prügeln nur.

Nicht selten kommt es zu unwahren Unterstellungen bis hin zu Gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Betreffenden. Zum Beispiel wenn beide Gruppen in einem Zimmer übernachten müssen oder schlimmer noch, in stationären Einrichtungen als Dauerbewohner ein gemeinsames Zimmer sich teilen müssen. Die Abneigungen untereinander sind teilweise aber auch nicht unbegründet, denn beide Klientielgruppen haben im Ansatz sehr unterschiedliche Problemmuster und entsprechende Verhaltenszüge. Eine anfängliche Trennung bei der Unterkunft und der Versorgung ist dabei meistens empfehlenswert um sich und andere vor ungewollten Schaden zu bewahren.

Leider gibt es aber immer noch viel zu viele stationäre Einrichtungen in der Wohnungslosenhilfe die zu wenig sensibilisiert in diesem heiklen Thema sind. Oft müssen erst schreckliche Dinge passieren um die Leitung in Wohnheimen oder Kolonien zum sinnvollen Umdenken zu bewegen. Es gibt Einrichtungen in der Bundesweiten Wohnungslosenhilfe wo zuerst nach den Kosten und dem Kostenträger gefragt und gesucht wird, anstatt sich den Nöten und Problemen von Hilfeaufsuchenden zu stellen. Um den Frieden zu wahren gehören Alkis und Drogis grundsätzlich in Wohnheimen und Kolonien in getrennte Wohneinheiten untergebracht und von erfahrenen Bediensteten betreut.

Diebe und Betrüger

Diebe und Betrüger haben es, wenn sie als solche erkannt, ertappt oder verleumdet sind in den meisten Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe unter Gleichen schwer Problemfrei zu überleben. Kurzgesagt herrscht in der Obdachlosenszene eine Kontaktsperre gegenüber Dieben und Betrügern.

Grundsätzlich gelten auf der Strasse bzw. in der Obdachlosenszene die Prinzipien - sich gegenseitig nicht Belügen und erst recht nicht sich untereinander Bestehlen. Wer gegen die Prinzipien verstösst, muss teilweise mit Gnadenloser Ächtung rechnen. Dabei kann es sehr leicht zu körperlichen Übergriffen kommen. Für Diebe sind sie denn bekannt, gibt es dann nur eine Lösung, sich zügig vom Ort des Geschehens zu trennen.

Es reicht aus, wenn zwei die sich kennen untereinander behaupten, die Person X lebe auf Kosten von anderen oder noch härter, die Person X betrüge (abziehen) die Ämter und Behörden und schon ist Person X untendurch. Es muss nicht wahr sein, aber die Behauptung allein reicht schon die Person X rauszumobben. Gründe hierfür sind oft Hass, Neid und Frust.

Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen.

Menschen mit körperlichen Behinderungen haben es in der Obdachlosenszene schwer und Menschen mit geistigen Behinderungen noch schwerer. Trotzdem gibt es aber erfreulicherweise für diese Betroffenen eine relativ breite und gute Auswahl an Einrichtungen der Wohnungslosehilfe in Deutschland. In der Obdachlosenszene gibt es aber die Unterschiede dennoch.

Obdachlose mit körperlichen Behinderungen werden je nach Schweregrad der Behinderung oft als lästiges Anhängsel empfunden und entsprechend Links liegen gelassen. Obdachlose mit psychischen oder geistigen Behinderungen hingegen werden je nach Schweregrad der Behinderung entweder ignoriert oder mit Hohn und Spott weggedrängt.

Beispiel von weitverbreitetem Rufmord im (Obdachlosen-) Alltag

Hier ein typisches Beispiel von Verunglimpfung Anderer aus der täglichen Praxis in der Obdachlosenszene. Die Folgen sind im Regelfall mild gesagt fatal für die oder den Betreffenden. Das von mir hier aufgeführte Beispiel können Sie bei Bedarf im Vokabular von übler Rede drehen und wenden. Nach dem Motto: Worte können tödlich sein, wenn die Worte des Bösen aus einem kleinem Geiste entspringt.

Gesprächsverlauf unter zwei sich mehr oder weniger persönlich kennenden Personen. Die Folgen eines solchen oder ähnlichen Gesprächverlauf sind: Soziale Ausgrenzung mit den Mitteln von Rufmord, öffentlicher Hohn und Spott, Gewalttätige Übergriffe und sexueller Missbrauch.

Der ist Schwul. Wer, der ist Schwul?

Na, der da drüben.

Was DER ist Schwuuul?

Ja, die totale Schwuchtel > weisste bescheid.

Na klar!

Frage: Verfahrensweisen von Straftaten gegen Obdachlose Menschen.

In vielen Fällen werden Straftaten gegen Obdachlose von den Staatsanwälten frühzeitig niedergelegt oder erst garnicht ordentlich untersucht und ausgewertet. Obdachlose haben kaum Rechte, selbst wenn das Recht auf deren Seite ist. Die Themen Gleichberechtigung vor dem Gesetz - Recht und Würde - gelten für Alle nur nicht für Obdachlose. Wer in seinem Personalausweis "Ohne festen Wohnsitz" oder ähnliches verzeichnet hat, hat schon im Vorfeld der Ermittlungen verloren. Die meisten Straftaten wie zum Beispiel Gewaltdelikte gegen Obdachlose werden nachweisbar mit milden Strafen geahndet oder ganz Fallen gelassen.

Frage: Verfahrensweise von Straftaten in der Obdachlosenszene.

Straftaten unter Obdachlosen bleiben meistens im Verborgenen. Entweder weil die Opfer Angst vor den oder die Täter haben, oder die Sozialen Dienste in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe die Vorfälle herunterspielen oder die Situation unterschätzen. Bei vielen Sozialen Diensten in stationären Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe gibt es eine merkwürdige, stillschweigende Übereinstimmung und die lautet: Lass die mal sich austoben, hinterher sind die wieder dicke Freunde. Selbst wenn der Eine halbtot geschlagen wurde! Bedenken Sie: In vielen stationären Einrichtungen arbeiten im Sozialen Dienst ganz normale Menschen. Menschen mit Vor- und Nachteilen. Einige schreiten sofort ein und sorgen für sofortige Abhilfe, andere hingegen warten ab bis irgendwann die Lichter ganz erloschen sind.

Hier ein Beispiel von weitläufiger Ignoranz in Sozialen Diensten von stationären Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe gegenüber Hilfesuchenden in ersichtlichen Notlagen. Die Frage prägnant in drei Punkten kurzgefasst.

1. Sozi fragt Obdachloses Opfer von Gewalt: Hat Ihnen Herr X vorhin das Nasenbein gebrochen ja oder nein? Opfer antwortet mit Ja.

2. Herr X meldet sich zu Wort: Der Penner soll sein Maul halten, der Lügt doch. Mich kennt jeder hier, ich bin immer ruhig und nett - nur bei so einem Penner!

3. Sozi zum Opfer: Sind Sie sicher das Herr X Ihnen das Nasenbein gebrochen hat und Lügen Sie jetzt nicht. Das Opfer antwortet aus Angst vor weiteren Übergriffen nicht. Sozi antwortet darauf: Gut damit ist die Sache erledigt.

Sie denken jetzt bestimmt, das in solchen Fällen die Polizei hinzugezogen werden muss? Sie haben Recht, aber in vielen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe gelten eigene Gesetze und da ticken auch viele Sozis anders. Denken Sie mal darüber nach, vielen Dank.

Diese und ähnliche Verfahrensweisen finden Sie garantiert nicht selten. Ich habe sie so oder so schon oft genug erlebt.

Wenn Straftaten unter Obdachlosen in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe geschehen, sind die Verfahrensweisen meistens wie folgt:

1. Es geschieht wie meistens so üblich Nichts und die Sache verstaubt als Akteneintrag in den Regalen.

2. Die Sozialen Dienste zeigen wie so oft Handlungsschwäche und geben dem Stärkeren Recht.

3. Es kommt zu einer Strafanzeige und der Vorfall wird individuell bearbeitet.

3,1. Der beste Fall. Der oder die Täter erhalten ein Haus- und Platzverbot und das Opfer wird geschützt.

3,2. Täter und Opfer bleiben als Bewohner in der Einrichtung und es findet intern wie oft üblich nur eine Verlegung statt.

4. Einer von beiden wird freiwillig oder muss unfreiwillig die Einrichtung verlassen.

Wenn Sie von einem Obdachlosen Menschen wirklich die Wahrheit wissen wollen und keine Geschichten oder Legenden, dann fragen Sie bitte die betreffende Person immer nur unter vier Augen. Eines ist sicher und überall - das Leben auf der Strasse ist kein Freudentanz. Jeden Tag hängt dein Leben an einem seidenen Faden. Du bist der Prügelknabe der Nation und eine Lobby hast Du nicht. Jeden Tag stehst Du mit einem Bein zwischen Leben und Tod. Ob nun von Aussen oder von Innen die Gefahren ein Opfer zu werden lauern überall. Die Vorurteile gegenüber Obdachlosen Menschen sind vielfältig, doch nur die wenigsten Vorurteile treffen auch zu.

Fazit: Das Problem der Gesellschaft sind nicht die Obdachlosen und Wohnungslosen Menschen - das Problem ist der Mensch selbst. Wenn sich alle Menschen in einer Meinung gleich wären, bräuchten wir keine Soldaten und Armeen - gäbe es keine Kriege!

Armut darf nicht sein. Gedanken, Thesen und Vorschläge für ein Miteinander statt Gegeneinander.

Arbeits- und Zielgruppen meiner Öffentlichkeitsarbeit:

- Leistungsempfängerinnen- und Empfänger von Arbeitslosengeld II, Grundsicherung und Sozialgeld
- Von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffene und bedrohte Menschen
- Menschen in Sozial schwierigen Lebenslagen
- Mit geistigen- und oder körperlichen Erkrankungen
- Kinderreiche Familien und Alleinerziehende mit Hartz IV-Bezügen
- Rentner und Frühpensionäre mit zusätzlichen Hartz IV-Leistungen
- Aussiedler, Asylbewerber, Nichtsesshafte und Obdachlose ohne festen Wohnsitz

Vorschläge zur Verbesserung der Lebenslage für Menschen in Armut und sozialer Ausgrenzung:

- Aktive Mitgestaltung von Selbsthilfe- und Betroffeneninitiativen bei der Lösung von entsprechenden Problemen
- Druck von Aussen auf die zuständigen Fachgremien von Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft
- Aufklärung über die Gründe von Armut und sozialer Ausgrenzung in Deutschland

Angebote zur Reintegration in ein Bürgerliches Leben von Sozial benachteiligten Menschen:

- Alters,- Bedarfs- und Personenorientierte Schul- und Berufsausbildung
- Aktivierung und Anregung zur Einbindung in das Berufsleben
- Hilfeangebote die auf Freiwilligkeit basieren

Angebote zur Verbesserung für Menschen in Sozial schwierigen Lebenslagen:

- Ehrenamtliche Mitarbeit gegen Aufwandsentschädigung und 1€-Arbeiten auf der Basis von Freiwilligkeit und Solidarität
- Arbeit im Niedriglohnbereich für Personen ohne Berufs- und Schulabschluß als Quereinstieg in das Berufsleben
- Öffentliche Förderung von Selbsthilfegruppen und Betroffeneninitiativen

Verbesserung der Angebote von Städten, Kommunen und Ländern:

- Angemessener und bezahlbarer Wohnraum vorrangig für;

Alleinerziehende, Behinderte, Haftentlassene, Hartz IV-EmpfängerInnen, Kinderreiche Familien, Suchtgefährdete, Wohnungslose.
Kostenlose erweiterte Bedarfsorientierte Integrationsangebote und Hilfen für Aussiedler, Migranten und Zuwanderer.
Schaffung von Sozialen Strukturen in sozialen Brennpunkten mit Nachbarschaftshilfen und Fürsorge im Ehrenamt.
Würdevolles Leben für Menschen in Altersarmut und von Krankheit gezeichnet.
Illegal in Deutschland lebende Menschen mit seriösen staatlichen Angeboten für ein legales Leben in Deutschland gewinnen.

Aufruf an die Öffentlichkeit.

Dieser Appell richtet sich an alle mündigen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.

Bitte helfen Sie und lassen Sie keinen Mensch in Not allein. Zeigen Sie Zivilcourage, vielen dank.

WICHTIG - Folgende Sachen benötigen Obdachlose in sehr kalten Jahreszeiten dringend:

- warme, dicke Unterwäsche und Socken,

- warme, dicke Schlafanzüge,

- Wintertaugliches Schuhwerk,

- Wintertaugliche Oberbekleidung,

- Wintertaugliche Schlafsäcke geeicht bis "mindestens" 10 Grad minus,

- Isomatten und Rucksäcke.

Danke für Ihre Hilfe.

Im Zusammenhang fordere ich von Staat und Gesellschaft folgende Appelle:

Die Würde des Menschen ist und bleibt unantastbar. Für Sie, für mich, für uns, für alle. 

Menschenwürde ist für alle da.

  • Keine menschenunwürdigen Asyle, sondern die Ermöglichung eines Mindestmaßes an Privatsphäre und Selbstbestimmung.
  • Dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten für kleinere Gruppen von Wohnungslosen > auch mit Hunden oder Katzen.
  • Schutz und Sicherheit vor Gewalt, Diebstahl und sexuelle Nötigung > keine Mehrbettzimmerbelegungen über 2 Personen. 
  • Für wohnungslose Frauen und Mädchen separate und sichere Unterbringungen.
  • Großzügige Öffnungszeiten der Unterkünfte > Tag und Nacht, auch an Wochenenden und Feiertagen.
  • Keine Befristung des Aufenthaltes auf wenige Tage pro Monat.
  • Telefonische Notfallrufnummern, damit Bürgerinnen und Bürger gefährdete Menschen kostenfrei melden können.
  • Öffnung von U-Bahnstationen, Bahnhöfen und anderen geeigneten öffentlichen Gebäuden.
  • Niedrigschwellige Tagesaufenthalte und nächtliche Wärmestuben in Ortschaften ab 25 000 Einwohnern Aufwärts.
  • Freier Zugang zu den Lebensmittelversorgungen in den Tafeln auch für Obdachlose und Nichtsesshafte ohne festen Wohnsitz.
  • Streetwork und andere Formen aufsuchender Arbeit gezielt mit ehemaligen Wohnungslosen und Betroffenen aus- oder aufbauen.
Deutsche Wohnungslosenhilfe für Menschen in sozial schwierigen Lebenslagen